Wie kann ich Underachiever erkennen?
FELS (1999, S. 857) nennt folgende Leistungsmerkmale hochbegabter Underachiever, die besonders bei aufgeweckten, kreativen Kindern und Jugendlichen
- durch ständige schulische Unterforderung und Unterordnung unter schulische Verhaltensmuster wie
- konvergentes Denken und Konformität,
- sowie durch Langeweile infolge weitgehend durchschaubarer Inhalte und Ergebnisse
auftreten:
Leistungsmerkmale:
- schlechte Ergebnisse in Gruppentests und Klassenarbeiten
- schlechte Ausführung schriftlicher Aufgaben
- schlechtes Lernverhalten
- geringe schulische Initiative
- Leistungsvermeidung
- Auswahl zu leichter oder zu schwerer Aufgaben und Standards
- Gute mündliche Leistungen
- Hohe Testwerte in Intelligenztests
Kognitive Merkmale:
- gutes Gedächtnis und Verständnis, falls am Thema interessiert
- besonderes Interesse und breites Wissen in ausgewählten Themenbereichen
- Unaufmerksamkeiten und Unfähigkeit zur Konzentration
- Mangel an selektiver Wahrnehmung bei Präsentation mehrerer Stimuli
- Weite Interessengebiete
Persönliche Merkmale:
- besondere Kreativität
- geringes Selbstbewusstsein und ungünstiges Selbstkonzept führen zu:
- Problemen sich emotional mit anderen zu messen
- Mangel an Selbstvertrauen
- Minderwertigkeitsgefühlen
- fehlende Motivation durch Gruppeninteressen, anregende Umwelten und Belohnungen
- Erfolgsangst (v. a. Mädchen)
- Neigung zu externer Attribution von Erfolg und interner Attribution von Misserfolg
Soziale Merkmale:
- sehr autonome, unbeeinflussbare Ansichten
- feste Ansicht, dass ihn/sie niemand mag
- Misstrauen gegenüber Annäherungsversuchen
- geringe Akzeptanz bei den Peers
- soziale Unreife
- Unfähigkeit äußere Einflüsse zurück zu weisen
- Neigung zu aggressivem, feindseligem Verhalten:
- lehnt Einhaltung von Regeln ab
- läuft umher und stört andere
- wetteifert um Aufmerksamkeit
- weist Anweisungen zurück
- nutzt Freiheiten aus und beschränkt sich nicht
- befremdet Peers durch aggressive und abfällige Einstellung
- Rückzugsverhalten (v. a. Mädchen):
- spricht kaum mit Lehrkräften, Schülern oder Schülerinnen
- hat Tagträume, malt herum ...
- bemüht sich kaum um Mitarbeit
- verteidigt sich nicht
- Unfähigkeit in Gruppen jeder Größe konstruktiv mitzuarbeiten
- Keine Befriedigung durch Demonstration erworbener Fähigkeiten auf einfachem Niveau
Weitere Merkmale:
- häufiges Fehlen durch Schwänzen und Hypochondrie
- Hyperaktivität und übermäßige Anspannung
- Unnachgiebigkeit in seinen Interessen: „Ich lerne, was ich will“
- physische, soziale und emotionale Unreife
- Abneigung gegen die Schule oder völliges Desinteresse an ihr
Betrachtet man diese Merkmale nach den Verhaltensmerkmalen, die positiv hervorstechen und nach denen eine Lehrkraft vielleicht auf den Gedanken „besonderer Begabungen“ schließen könnte, dann sind dies:
- Gute mündliche Leistungen
- Gutes Gedächtnis und Verständnis, falls am Thema interessiert
- besonderes Interesse und breites Wissen in ausgewählten Themenbereichen
- Weite Interessengebiete
- besondere Kreativität
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